Hier ein Märchen von Tatjana Reuber
Der geheimnisvolle Schatz
Es war einmal vor einer langen Zeit in einem fernen Land zwei Jungen unterwegs. Deren Namen Janick und Jonas waren. Sie sollten in den Wald gehen, um für das Essen frische Pilze zu sammeln. Sie kamen wieder zurück nach Hause und brachten der Mutter ein Körbchen voll gesammelter Pilze zurück. Nun sagte die Mutter von Jonas und Janick: „Ihr könnt ruhig noch etwas aus dem Haus, aber lauft nicht zu weit weg.“ Die zwei Jungen gingen zurück in den Wald, um sich
mit dem Ball auszutoben. Sie spielten Fußball,
Fangen, Suchen und Verstecken. Als Sie wieder
zurück zur Hütte gingen wollten, stießen sie auf
einen Jungen, der in den Händen reichlich Holz
trug. Er sprach: „Mein Name ist Lukas. Ich habe
den Auftrag, Feuerholz für den König zu besorgen.
Mein König hat mich wahrscheinlich absichtlich
In die Tiefes des Waldes geschickt, da er mich
nicht mehr bei sich haben wollte. Nun finde ich
aber den Rückweg nicht mehr.“ Janick und
Jonas willigten ein, Lukas zu helfen. Sie gingen
ein Stück tiefer in den Wald zurück. Als es
dämmerte und sie vollends die Orientierung
verloren, kamen den Burschen die Tränen. Sie
wussten nicht weiter. Sie entschlossen sich, eine
Bleibe für die Nacht zu suchen. Sie entdeckten einen Jäger. Laut rufend fragten sie ihn: „Endschuldigung der Herr, könnten wir vielleicht Heute Nacht bei ihnen übernachten? Wir haben uns verlaufen!“ Darauf sagte der alte Jägersmann: „Tut mir Leid, ich habe keinen Platz mehr frei. Geht in Richtung Osten und sucht dort weiter.“ Voller Kummer und Müdigkeit machten
sie sich wieder auf den Weg, um
weiter zu suchen. In Gedanken
dachten sie an die Mutter, die
sich sicher schon arg sorgte.
Jetzt sahen sie eine Holzhütte.
Sie klopften an der Türe, die
sich geschwind öffnete.
Doch auch hier wurden sie wieder abgelehnt:: „Geht Richtung Süden, dort habt ihr sicher mehr Glück!“.
Die Kinder bedankten sich und übermüdet
zogen weiter. Aus der Ferne erspähten
sie ein Reitersmann. Eilig riefen sie ihn
um Hilfe. Der Mann namens Peter ritt
zu ihnen und fragte nach ihrer Not. „Wir haben uns verlaufen und
brauchen dringend einen
Schlafplatz für die Nacht!“,
sagte Lukas. Daraufhin
antwortete der Reiter,
dass er auf der Suche
nach einem Schatz sei
und nun selber solch
einen Schlafplatz
benötigt. Er schlug den
Dreien vor, auf seinen
Gaul zu steigen und mit
ihm nach einer Bleibe zu suchen.
Alle zusammen ritten einen langen Weg durch den Wald. Da sagte Jonas: „Guckt doch mal, da kommt ja Licht aus dem Felsen. Lasst uns mal nachschauen!“ Alle waren inverstanden. An der Höhle angekommen, riefen sie vorsichtig hinein: „Hallo, ist hier jemand, hallooooooo“. Es hallte, aber die Rufe blieben unbeantwortet. Gemeinsam gingen sie hinein. Da entdeckten sie Stroh, das noch leicht brannte. „Es war jemand hier, was sollten wir denn jetzt machen?“, fragte Jonas.
Peter, der Reitersmann beruhigte die Kinder und schlug eine Übernachtung in der warmen Höhle vor. Als sie am nächsten Morgen aufwachten, bemerkten sie, dass sie nicht alleine waren. „Hallo, erschreckt nicht. Ich bin Jürgen, ein Waldmensch ohne Heim. Wie heißt ihr? Und wer seid ihr? Was macht ihr hier?“
„Ich heiße Janick“, stieß Janick mutig hervor. „Mein Name ist Jonas und ich habe mich verlaufen“, fügte Jonas hinzu. „Ich heiße Lukas und bin im Auftrag des Königs unterwegs“. „Und mein Name ist Peter, ich suche seit Jahren einen Schatz, den ich wohl nie finden werde. Mein Kompass konnte mich in diesem düsteren Wald nicht mehr leiten. Wir Vier trafen uns im Wald und entschieden uns, zusammenzubleiben. Dann fanden wir deine Höhle. Und nun sind wir hier!“. Zusammen aßen sie ein spärliches, aber bekömmliches Frühstück. Als die Vier aufbrechen wollten, fragte Jürgen leicht verlegen: „Könnt ihr mich mitnehmen? Ich bin es leid, allein zu sein. Ich suche ein richtiges Zuhause. Könnt ihr mir helfen?“
„Einer für alle – alle für einen!“, rief Peter begeistert, „gemeinsam sind wir stark!“
So setzen sich alle auf das Pferd und ritten los. Viele Stunden vergingen und als es Abend wurde, trafen sie auf eine Herde voller Pferde.
Ein stattlicher Mann saß im Dunkeln auf
einem weißen Pferd. Er fragte die Fünfe :„Was treibt ihr hier zur späten Stunde?“
Die fünf Freunde schilderten dem Edelmann
ihr Anliegen. Verständnisvoll nickte der Mann
auf dem Schimmel und bot ihnen an, mit ihm
mitzukommen. Als sie ankamen, blieb ihnen
der Mund vor Erstaunen offen. Sie standen
vor einem wunderschönen Schloss. „Jetzt
stelle ich mich euch erst einmal vor. Ich bin der König dieses Landes und das ist mein Schloss.“ Da kamen auch schon die Diener und brachten Waschzeug und frische Kleidung.
Nach einem ausgedehnten Bad
wurde ein großes Festessen serviert.
Nun blieb nicht nur der Mund offen
stehen, sonder die Augen wurden
riesig groß. Es wurde sehr viel
leckere Speise aufgetischt: gebratene
Hühnchen, saftige Schnitzel, heiße
Würstchen, deftige Steaks, jede
Menge knusprige Keulen, viele
verschiedene Brotsorten und
Brötchen, Salate, zum Nachtisch
gab es Kuchen, Götterspeise,
Quark und vieles mehr! Alle aßen
zusammen an einen Tisch, bis sie
satt waren und sie mit vollem
Magen ins Bett fielen!
Als sie am nächsten Morgen
auf wachten, stand der König schon vor ihnen und lud die fünf Verirrten ein, für immer zu bleiben. „Ich werde mit meinen Rittern eure Familien suchen und sie ebenso zu mir einladen. “ Die Königin kam hinzu und erklärte, dass der König ein großes Herz hat und niemanden traurig sehen kann.
Es wurde still im Raum. Niemand konnte das Gesagte glauben, keiner traute sich, etwas zu erwidern. Zu groß schien ihnen ihr Glück.
Langsam erkannte der Reiter Jürgen etwas Wichtiges: „Ich hab ihn! Ich habe ihn endlich gefunden!“ Alle drehten sich um und fragten, was er denn gefunden hat.
„Ich habe einen Schatz gefunden. Dank dem König habe ich ein neues Zuhause, Liebe und viele Freunde!“
Alle jubelten und bedankten sich beim großzügigen König. Es wurde ein großes Fest gefeiert!
Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
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